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A/C Special Teil II / B

Wiederbelebung von alten R12 Klimaanlagen
Teil II / B: Die Klimaanlage vom Verdampfer bis zum STV, Druck-Ausgleichs-Leitung, Öl-Bypass-Leitung und Verdampfungswärme

 

Verdampfer (Niederdruckseite):
Unmittelbar nach dem Durchströmen des Expansionsventils gelangt das flüssige Kältemittel im Verdampfer in die Niederdruckseite des Kältekreislaufes. Die Drücke der Niederdruckseite betragen etwa 1/9 der Drücke der Hochdruckseite.
Hier verdampft nun das Kältemittel (welches eben noch unter hohem Druck gestanden hat), da es im Verdampfer einem wesentlich geringeren Druck von ca. 1,9 – 2,1 bar ausgesetzt ist. Aus der Verdampfungskurve wissen wir, daß das Verdampfen des Kältemittels bei diesem Druck bei einer Temperatur von ca. 0 °C geschieht. Es wird also ziemlich kalt.
Würde man beispielsweise das Kältemittel schlagartig dem Atmosphärendruck aussetzen, würde das Verdampfen bei einer Temperatur von ca. -32 °C (!!!) geschehen.

Verdampfungskurven

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während der Änderung des Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig wird vom Kältemittel sehr viel Wärme absorbiert. Man macht sich hier das Prinzip der Verdampfungswärme zunutze, auf das ich am Ende dieses Teils noch einmal genauer eingehe.
Diese Wärme wird dem Verdampfer und seiner Umgebung entzogen.
Wenn dann warme Luft in der Sommerzeit durch die Aluminiumrippen des Verdampfers strömt, wird sie abgekühlt. Diese kalte Luft wird danach in den Fahrgastraum geleitet, und wir als Fahrzeuginsassen empfinden sie als angenehm kühl. Außerdem kondensiert die Feuchte der Umgebungsluft am kalten Verdampfer und tropft ab (auf die Straße). Deshalb wird warme und feuchte Luft schön kühl und trocken.
Außerdem wird das Kältemittel im Verdampfer etwas „überhitzt“ (um ca. 5 – 10 °C), um bei gleichbleibendem Druck zu garantieren, daß es vollständig verdampft, und somit auch nur gasförmig den Kompressor erreicht (superheating).
Sollte es beim Einströmen in den Kompressor noch flüssig oder teilweise flüssig sein, nimmt der Kompressor Schaden, da dieser Flüssikeit nicht verdichten kann.
Das Kältemittel ist an einem heißen Sommertag (33 °C) bei Eintritt in den Verdampfer flüssig und steht nun schlagartig unter niedrigem Druck (p ≈ 1,9 – 2,1 bar). Im Verdampfer wird es dann zu einem unter niedrigem Druck stehenden Gas. Die Temperatur der Leitung ist nun kalt (t ≈ 6 – 10 °C). Der Leitungsdurchmesser ist groß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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A/C Special Teil II / A

Wiederbelebung von alten R12 Klimaanlagen
Teil II / A:  Die Klimaanlage vom Kompressor bis zum Expansionsventil

 

Einleitung:
Zur besseren Veranschaulichung und zum besseren Verständnis des in später folgendem Teil III beschriebenen Prüf- und Befüllvorganges der Klimaanlage werden nun erst einmal anhand eines 1965 Buick Electra 225 die Komponenten der Klimaanlage benannt. Dabei ist die Reihenfoge der Benennung entsprechend dem Fließschema des Kältemittels.
Der Kältemittelkreislauf beginnt beim Kompressor.
Die Funktion der Bauteile ist bei anderen Fahrzeugherstellern gleich oder ähnlich.
Eigentlich wollte ich die Dinge nur kurz erklären, aber das erscheint mir und ist, je weiter dieser Bericht gedeiht, sinnlos.
Die funktionalen Zusammenhänge einer Klimaanlage sind doch umfangreich und komplex. Deshalb, und um nicht das übliche „Einerlei“ zu fabrizieren, muß ich erheblich weiter ausholen. Möge es dem technisch interessierten Leser helfen.

Zu Beginn sei auf das Folgende hingewiesen.
Die zur Veranschaulichung beschriebene Klimaanlage stammt aus einem Buick Electra von 1965. Dies war ein Fahrzeug der Oberklasse. Dementsprechend ist auch die Klimaanlage in ihrer Konstruktion aufwendiger als beispielsweise eine Klimaanlage von Ford aus diesen Jahren.
So läuft bei dem hier beschriebenen System von Buick der Kompressor beim Betrieb der Klimaanlage ständig mit. Dies mindert grundsätzlich den Verschleiß des Kompressors und es wird insbesondere bei höheren Motordrehzahlen die Kompressorkupplung entlastet, da das ständige An- und Ausschalten entfällt.
Dies ist nur durch die Ergänzung eines zusätzlichen Bauteils, nämlich des Saug-Drosselventils (STV = Suction Throttle Valve), möglich. Ein weiterer Grund für den Einbau eines STV war, daß dadurch der Druck im Verdampfer annähernd konstant gehalten werden kann.

 

 

 

 

 

 

STV

 

Bereits in den 50er Jahren war beim 1956 Buick dieses Bauteil als sogenanntes „Hot Gas Valve“ in die Klimaanlagen eingebaut worden. Bei Chevrolet folgte dies 1958.

 

 

 

 

 

Hot Gas Valve

 

Ende der 60er Jahre hieß dieses Bauteil dann „Pilot Operated Absolute Suction Throttle Valve“ (P.O.A.).
Beispielsweise pflegte Ford erst 1972 das STV (P.O.A) in seine Klimaanlagen ein.
Selbst beim Ford Lincoln, der ja bekanntlich ein sehr hochpreisiges Fahrzeug der Oberklasse war, kam das P.O.A erst 1970 zum Einsatz.

 

 

 

 

 

 

 

P.O.A

 

Bei Chrysler hieß dieses Ventil EPR (Evaporator Pressure Regulator) und wurde Anfang der sechziger Jahre eingebaut.
In einfacheren Systemen fehlt dieses STV oder „Hot Gas Valve“ und der Kompressor wird ständig an- und ausgeschaltet.
Dieses An- und Ausschalten des Kompressors wird von einem Thermoschalter (bei GM = Thermostatic Switch, bei Ford = De-Icing Switch) bewerkstelligt, der die Temperatur des Verdampfers mißt: Verdampfer zu warm => ein- schalten, Verdampfer zu kalt (kurz vor Vereisung) => ausschalten.
Auf weitere Zusammenhänge und was nun dieses STV in Anlagen mit dauernd mitlaufendem Kompressor bewirkt, gehe ich bei Beschreibung des STV weiter unten in diesem Teil ein.

Wer noch tiefer in die umfangreiche und komplexe Materie einsteigen möchte, kann sich an der vielfältigen US-amerikanischen Literatur oder originalen Werkstatthandbücher gütlich tun.

 

Die Bauteile der Klimaanlage komplett…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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A/C Special Teil I

Wiederbelebung von alten R12 Klimaanlagen
Teil I:  Die Kältemittel (Refrigerants)

 

Einleitung:
Aufgrund des allgemeinen Informationsmangels bezüglich Klimaanlagen und Kältemitteln für klassische Fahrzeuge in Deutschland und den widersprüchlichen Aussagen von Klimaanlagentechnikern habe ich mich selbst auf die Suche nach fundierten Informationen und Kältemitteln für Klimaanlagen klassischer, insbesondere amerikanischer Automobile gemacht.
Denn: Es ist einfach herrlich, an einem heißen Sommertag im eigenen Klassiker in einem kühlen Fahrgastraum zu sitzen und sich die kalte Luft der Klimaanlage auf die Knie blasen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Möglichkeiten:
Nach meinen eigenen Recherchen kann man alte Klimaanlagen, die mit dem Kältemittel R12 (Markenname beispielsweise FREON®) befüllt waren, mit dem heute gängigen Kältemittel R134a befüllen, wenn einige Umrüstungen vorgenommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nebenaggregate Mustang 1965 mit 289 ci Motor

Aus gegebenem Anlaß hier Fotos eines von mir original restaurierten 289 ci Motors aus einem Mustang von 1965. Das interessante ist hier der Aufbau der kompletten Nebenaggregate und deren originalen Haltern.

Möge es dem Einen oder Anderen als Orientierungshilfe dienen. Erwähnt sei noch, daß insbesondere der Klimakompressor und seine Halter axial ausgerichtet werden mußten, da ein Riemenscheibenversatz von ca. 8 mm vorgefunden wurde.

60 Motor mit kompletten.. (1)

61 ...Nebenaggregaten...

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Video: 1956er Buick Special, frisch restauriert

Mal ganz in Ruhe: Hier ist ein Video, in dem der frisch restaurierte Wagen in aller Ruhe betrachtet werden kann. Zusätzlich gibt es einen längeren Textbeitrag mit vielen Fotos.

Vollrestauration eines 1956er Buick Special US Cars

Wie viel Aufwand ist nötig, um ein klassisches US Car nach Jahrzehnten zu restaurieren? Diese Dokumentation einer sehr umfassenden Oldtimer-Restauration bietet dazu einen Einblick – mit vielen Fotos, Erfahrungen und Tipps.

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„Nobody will ever know“

Für alle die über die Restauration eines Ford Mustangs nachdenken: Eine umfassende Dokumentation eines solchen Projekts findet sich bei „One man and his Mustang“. Inklusive der Arbeiten, die aufwändig sind, wenig Spaß machen und am Ende noch nicht mal sichtbar sind. Beispiel: Reinigung der Karosserie von innen inklusive Rostvorsorge…

Damit nicht das für Irritationen sorgt: Wir sammeln bei Hammer Performance Beispiele, Links, Fotos, Videos, die sich mit klassischen US-Automobilen beschäftigen. Oft gibt es über dieses Interesse heraus keine Verbindung zwischen den Links und diesem Blog. Nur falls einer das mal genau wissen will…

Hot Rods in NY: The 2013 Hardcore Happening

„Now in its eighth year, Hardcore Happening is a gathering of Hot Rod and 20th Century American car lovers in Upstate NY.“

Hot Rods in NY: The 2013 Hardcore Happening from Dan Wang on Vimeo.

Mama Tried – Motorcycle Show in Milwaukee

„MAMA TRIED IS AN INDOOR MOTORCYCLE INVITATIONAL, SHOWCASING THE MOST HONEST, HOME-BUILT AND UNUSUAL BIKES IN THE MIDWEST.“

Elf Monate, 3000 Bilder: Restauration eines Motors

Ein Fundstück bei YouTube: Die Restauration eines Motors in 3.000 Bildern.